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Landkreis Schweinfurt

Ökologischer Ausbau der Wern in der Gemarkung Ettleben

Beschreibung der Maßnahme

Für den ökologischen Ausbau der Wern im Bereich von Ettleben stand ein bis zu 70 m breiter Korridor zur Verfügung. Hier wurde in mehreren Abschnitten ein gewundenes Bachbett angelegt, wobei das Flussprofil einen kleineren Querschnitt mit einem Niedrigwassergerinne erhalten hat.
Dabei wurde auf die Erhöhung der Strömungsvielfalt und die Schaffung verschiedener Gewässerstrukturen, wie z.B. wechselfeuchten Zonen besonderen Wert gelegt. Außerdem wurde ein weitläufiger Vorlandabtrag durchgeführt, um eine Vernetzung des Gewässers mit der Talaue zu erreichen.
Diese Aktivierung der Talauen in Verbindung mit der Laufverlängerung durch das gewundene Bachbett leistet insbesondere bei kleinen Hochwässern einen positiven Beitrag zum Wasserrückhalt in der Fläche im Sinne des vorbeugenden Hochwasserschutzes.
Das Überschwemmungsgebiet des hundertjährlichen Hochwassers wird durch die Maßnahme nicht verändert.

Daten zum Bauabschnitt

  • Bauzeit: 2018 bis 2019
  • Gewässerlänge:
    • vorher ca. 3.380 m
    • nachher ca. 3.683 m
  • Baukosten: ca. 980.000 €
  • Finanzierung: Freistaat Bayern

Grunderwerb

Zur Durchführung der Maßnahme wurde eine Fläche von ca. 11,8 ha benötigt. Hiervon waren bereits 4,4 ha im Eigentum des Freistaates Bayern. Der weitere Bedarf von ca. 7,4 ha wurde im Zuge eines Flurbereinigungsverfahrens zur Verfügung gestellt. Ohne diese Flurbereinigung und die Bereitschaft der örtlichen Landwirte wäre die Umsetzung dieser Maßnahme nicht möglich gewesen.

Gewässerstruktur und Lebensraumvielfalt

Um die Eigenentwicklung und eine vielfältige Gewässerstruktur zu erreichen, wurden Baumstämme und Wurzelstöcke aus den alten Ufersäumen als Totholz in das neue Gewässerbett eingebaut. Außerdem wurden für die Verpflanzung geeignete kleiner Bäume und Sträucher an den neuen Gewässerlauf umgesetzt.
Eingehende biologische Untersuchungen bei vorhergehenden Maßnahmen haben gezeigt, dass sich in den renaturierten Gewässerabschnitten im Gegensatz zu den naturfernen Bereichen eine deutlich höhere Artenvielfalt (Fische, Tiere und Pflanzen) entwickeln wird. Weitere Untersuchungen werden auch diese Maßnahme begleiten.

Gelände vor Beginn der Maßnahme
Hier entsteht das neue Gewässerbett
Der neue geschwungene Gewässerverlauf ist schon deutlich zu erkennen.
Ein weiteres Bild mit dem neuen geschwungenen Gewässerverlauf.
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Retentionsraumgewinn - Abfuhr von Bodenmaterial

Durch den weitläufigen Vorlandabtrag wurde im Zuge der Renaturierungsmaßnahme ca. 15.000 m³ überschüssiges Bodenmaterial abgefahren und außerhalb des Überschwemmungsgebietes der Wern auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht. Dadurch leistet der ökologische Ausbau der Wern einen Beitrag zum natürlichen Hochwasserrückhalt in der Fläche.

Wasserschutzgebiet

Im Bereich der Maßnahme befindet sich das Wasserschutzgebiet Ettleben der Rhön-Maintalgruppe. Die Schutzgebietsverordnung wurde bei der Planung und Durchführung der Renaturierung der Wern berücksichtigt. So wurden in der engeren Schutzzone (Zone II) keine Gewässerausbauten durchgeführt, sondern ein Uferstreifen mit Sukzessionsfläche, die extensiv bewirtschaftet wird, ausgewiesen. Hierdurch können die Stoffeinträge aus den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen in das Gewässer minimiert werden. In der weiteren Schutzzone (Zone III) wurde die Wern ökologisch ausgebaut.

Archäologische Voruntersuchungen

Wie bereits bei der Maßnahme in Zeuzleben waren auch in Ettleben Bodendenkmäler bekannt und kartiert. So wurde auch bei dieser Maßnahme der Oberbodenabtrag durch ein archäologisches Fachbüro begleitet. Es wurden allerdings keine Hinweise auf relevante archäologische Substanzen vorgefunden, so dass eine Beteiligung des Landesamtes für Denkmalpflege nicht erforderlich war.

Altes und neues Gewässerbett nebeneinander

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