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Landkreis Rhön-Grabfeld

Hochwasserschutz für Bad Neustadt an der Saale

Zwischen November 2022 und Mai 2024 wurde der vierte und letzte Bauabschnitt der Hochwasserschutzmaßnahme Bad Neustadt umgesetzt. Dadurch erhält auch der nordöstlich der Fränkischen Saale gelegene Ortsbereich rund um die Rederstraße einen wirksamen Hochwasserschutz. Die Stadt Bad Neustadt ist künftig vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis, sowohl am Wildbach Brend als auch an der Fränkischen Saale, geschützt. Die Gesamtkosten aller Bauabschnitte (1982 bis 2024) betragen etwa 15,4 Mio. Euro.

Die Grundkonzeption für den Hochwasserschutz Bad Neustadt a. d. Saale wurde bereits in den 1980er Jahre festgelegt. 1985 konnte durch das damalige Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt der erste Bauabschnitt des Hochwasserschutzes an der Brend in Bad Neustadt fertig gestellt werden. Die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts mit Teilschutz am Rhön-Gymnasium erfolgte 2006. Der dritte Bauabschnitt umfasste die Maßnahmen am Wildbach Brend unterhalb der Hohen Brücke bis zur Brücke der Meininger Straße (Staatsstraße St 2445) und wurde im Jahr 2015 abgeschlossen. Der vierte Bauabschnitt reicht von der Brücke Meininger Straße bis zum Bahndamm und wurde im Mai 2024 abgeschlossen.

Baumaßnahme Bauabschnitt 4:

  • Zwei Abschnitte Hochwasserschutzwand (ca. 80 m und ca. 95 m)
  • Die Gründung der Hochwasserschutzwände besteht aus ca. 50 Bohrpfählen, welche durch einen Kopfbalken aus Beton miteinander verbunden werden.
  • Die Verbindung der beiden Hochwasserschutzmauern bildet ein ca. 45 m langer Deich, südlich des bestehenden Pumpwerks des Abwasserverbandes Saale-Lauer.
  • An den vorhandenen Geh- und Radwegen sind zwei Hochwasserschutztore eingebaut, die bei vorhergesagtem Hochwasser geschlossen werden.
  • Das Gelände zwischen Gewässer und Hochwasserschutzanlage wurde zur Schaffung von Hochwasserrückhalteraum bis zu 1 Meter tief abgetragen.
  • Neugestaltung des Geh- und Radweges
  • Verweilmöglichkeiten in Form von Liegen und Sitzsteinen erlauben das Gewässer zu erleben.

Die Baukosten für den Bauabschnitt BA 04 betragen etwa 1,9 Millionen Euro. Die Kosten übernehmen der Freistaat Bayern, die Stadt Bad Neustadt a. d. Saale (35%) sowie die Europäische Union, welche über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung diese Maßnahme abwickelte.

Baumaßnahme Bauabschnitt 3:

  • Hochwasserschutzwand kombiniert mit einem Aufsatzsystem aus Glas entlang der Otto-Hahn-Straße (Länge 490 Meter)
  • Hochwasserschutzwand entlang des Gymnasiums, Sportplatzes und an der Brendanlage (Länge 350 Meter)
  • Drei Durchgänge in der Hochwasserschutzlinie: Roll- oder Klapp- und Hubschwenktor
  • Neuprofilierung des Gewässers mit teilweiser Sicherung des Ufers und der Sohle
  • Drei Durchgänge in der Hochwasserschutzlinie: Roll- oder Klapp- und Hubschwenktor
  • Vorlandabtrag an der Fränkischen Saale als Retentionsraumausgleich
  • Ersatzneubau eines Fußgängersteges im Bereich des Gymnasiums
  • Hochwasserschutzdeich mit Aufweitung am linken Ufer

Die Baukosten für den Bauabschnitt BA 03 betragen etwa 5,6 Millionen Euro. Die Kosten übernahmen der Freistaat Bayern, die Stadt Bad Neustadt a. d. Saale (35%) sowie die Europäische Union, welche über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung diese Maßnahme abwickelte.

Zeitgleich mit dem Bau der Hochwasserschutzmaßnahme baute die Stadt Bad Neustadt a. d. Saale die linksseitig der Brend gelegene Otto-Hahn-Straße aus. Beim Ausbau dieser Straße legte die Stadt Bad Neustadt viel Wert auf die städtebauliche Gestaltung, in die auch die Anlagen des Hochwasserschutzes gut eingefügt wurden. Dies zeigt sich insbesondere in der Konstruktion der Brücke zum Gymnasium auf der rechten Brendseite und der Gestaltung der Betonmauer, die z.B. durch Verwendung einer Holzschalung eine strukturierte Oberfläche erhielt, einschließlich der Beleuchtung der Gesamtanlage.

Betonarbeiten auf der Baustelle
Baggerarbeiten an der Brend
Fertig gestaltete Sitzgelegenheiten an der Brend
Überblick des neu gestalteten Bauabschnitts
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Die Gewässer Brend und Fränkische Saale

Die Brend ist ein Gewässer III. Ordnung und anerkannter Wildbach. Sie entspringt in der bayerischen Rhön an der Grenze zu Hessen. Das Einzugsgebiet beträgt 140 km². Die Fließlänge beträgt 25 km. Sie mündet in Bad Neustadt a. d. Saale in die Fränkische Saale. Die Brend ist ein Wildbach, der noch in einer weitgehend intakten Auenlandschaft Richtung Bad Neustadt an der Saale fließt. Schneeschmelze und außergewöhnliche Regenereignisse können die Brend sehr schnell zu einem reißenden Fluss anschwellen lassen. Der letzte Kilometer Fließstrecke vor der Mündung in die Fränkische Saale verläuft unmittelbar durch bebautes Gebiet. Hier führen Hochwasserereignisse immer wieder zu enormen Schäden. Der Abfluss in der Brend wird seit 1955 am Pegel Schweinhof oberhalb der Stadt Bad Neustadt gemessen. Der mittlere Jahresabfluss (MQ) beträgt 1,6 m³/s. Der hundertjährliche Hochwasserabfluss beträgt. 70 m³/s.

Die Fränkische Saale entspringt östlich der Stadt Bad Königshofen im Grabfeld. Die Fließlänge beträgt 211 km. Sie mündet in Gemünden am Main in den Main. Der hundertjährliche Abfluss im Bereich der Stadt Bad Neustadt beträgt 364 m³/s.

Vor Bau der Hochwasserschutzanlage uferten beide Gewässer schnell aus. Bei größeren Hochwasserereignissen waren Wohngebiete, Gewerbe und Schulzentren betroffen.

Nutzung

Nach Fertigstellung der Baumaßnahme im November 2015 wurde ab dem Frühjahr 2016 der Rad- und Gehweg am linken Brendufer und die Freizeitanlage im Bereich des Hochwasserdeiches von der Bad Neustädter Bevölkerung intensiv genutzt. Kinder nutzen die Zugänglichkeit zum Gewässer zum Spielen und Planschen, Spaziergänger genießen den Spaziergang entlang der Brend, der bisher nicht möglich war, und viele Fahrradfahrer befahren den Uferweg, der neue Verbindungen im Fahrradnetz der Stadt Bad Neustadt schuf.

Die Gesamtbaumaßnahme (Bau des Hochwasserschutzes und Ausbau der Otto-Hahn-Straße) wird von der Bevölkerung ausnahmslos sehr positiv bewertet. Bedingt durch die Minimierung des Hochwasserrisikos in der Otto-Hahn-Straße konnten sich bereits einige Grundstückseigentümer entschließen in die Sanierung der bestehenden Gebäude zu investieren.

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